02.02.2017 11:25

Brunnenbau mit Roger Willemsen / Afghanistan

Dank Prof. Dr. Roger Willemsen und vielen anderen Spender/innen haben wir bisher über 400 Brunnen in den Provinzen Kunduz, Kabul und Baghlan gebaut. Täglich versorgen wir über 89.000 Menschen mit frischem Trinkwasser. Weitere Brunnen sind im Bau und in Planung.

Zeichnung Manfred Böhm

 

Unser Schutz ist das Wasser
Wodurch die Erde zum reinen Gold wird
Du Durstiger trink’ und lass’ andere trinken
Gäbe es kein Wasser, gäbe es nicht die Welt

Kaaka Taighoon (aus der Sprache Dari übersetzt)

 

Wie wurde das Projekt ins Leben gerufen?

Das Projekt begann im Jahr 2005 auf einer Reise von Roger Willemsen nach Afghanistan. Bewohner der armen Kunduzer Dörfer sprachen ihn direkt an und baten ihn um seine Hilfe. Seine Reiseeindrücke beschreibt er in seinem anrührenden und facettenreichen Bestseller „Afghanische Reise“ (S. Fischer Verlag).

Bereits mit seinen ersten Aufruf  im Magazin Chrismon vom Dezember 2005 gelang es Roger Willemsen, viele Leser vom Sinn einer Brunnenspende zu überzeugen- mit seinen Aufrufen "Brunnen zu schenken, ist auch eine Form, Leben zu schenken" begann das Projekt. Seitdem hat unser Schirmherr bei Benefiz-Veranstaltungen und in der Presse zahlreiche Menschen dazu bewegen können, einen Brunnen zu spenden und er selbst hat bereits über 100 Brunnen gespendet.  

Diese Brunnen versorgen Menschen in den entlegenen Dörfern der Kunduzer Distrikte Daschte Archi, Qalai Zal, Khan Abad, Chardara,  Zentralkunduz und Markaz Kunduz  mit sauberem frischem Trinkwasser. Auch in anderen Provinzen wie Kabul und Baghlan haben wir Brunnen gebohrt.

Warum ist der Bau von Trinkwasserbrunnen wichtig?

In den abgelegenen Dörfern in der Provinz Kunduz in Nordafghanistan herrscht Wassermangel. Die Menschen dieser ländlichen Region leben unter extremsten Witterungsverhältnissen: im Sommer steigen die Temperaturen auf 45 Grad Celsius und jeder Tropfen verdunstet sofort; im Winter wird es bitterkalt die Wasserstellen frieren zu und es bleibt nur das schmutzige Regenwasser. Im Sommer können die Dorfbewohner nur schmutziges Bachwasser trinken. Frauen und Kinder sind traditionell zuständig für die Wasserversorgung. Auf den mitunter weiten Wegen zur nächsten Wasserstelle, setzten sie sich der Gefahr aus überfallen oder von Minen verstümmelt zu werden.

Was bedeutet ein Brunnen für ein Dorf?

Ein zentral gelegener Brunnen mit sauberem Trinkwasser hilft Krankheiten vorzubeugen und die Kinder- und Müttersterblichkeit zu senken. Schwangere Frauen müssen keine schweren Wasserbehälter über große Entfernungen nach Hause schleppen. Bei der Geburt vermindert sich die Infektionsgefahr für Mutter und Kind deutlich, sobald sauberes Wasser vorhanden ist. Zudem haben sie weniger kranke Familienangehörige zu pflegen. Wenn zeitraubendes Wasserholen entfällt, haben Frauen Zeit für Bildung und Mädchen haben wieder Zeit für die Schule.

Ein Brunnen kann täglich bis zu  2.000 Liter Wasser fördern und versorgt so eine Gemeinschaft von 100 bis 200 Personen und mehr. Die Kosten für den Bau eines Brunnen belaufen sich je nach Tiefe des Grundwasserspiegels und der Beschaffenheit des Bodens auf 800 - 1000 Euro.          

Wie bauen wir Brunnen?

Die Bewohner in der Region richten ihren Brunnenantrag an unsere Projektleiter. Über einen geeigneten Platz für einen Brunnen im jeweiligen Dorf entscheiden die Mitarbeiter des AFV und die Dorfältesten gemeinsam. Die Wahl des Standorts sehr wichtig: Er muss zentral gelegen sein, damit Frauen und Kinder ihn einfach und gefahrlos erreichen können.
Beim Brunnenbau arbeiten wir mit einer einheimischen Firma zusammen, das stärkt die lokale Wirtschaft. Zugleich leitet die Firma die Bewohner darin an, kleinere Reparaturen und Wartungen selber durchzuführen- so bleiben die Dörfer unabhängig. Außerdem gib es in jedem Dorf einen Verantwortlichen, der sich bei Bedarf mit unserem Projektleiter und dem Brunnenbohrer in Verbindung setzt. Die Brunnen sind zwischen zwölf und 60 Meter tief und haben einen Durchmesser von etwa 30 cm. Mit einer Handpumpe wird das Wasser in Kunststoffrohren nach oben gepumpt, sodass keine elektrische Energie benötigt wird. Die Brunnen sind mit einer Betonplatte verschlossen und so gegen Verunreinigungen von außen geschützt.

 

Und so können Sie helfen:

Wenn auch Sie der Afghanischen Bevölkerung einen Brunnen spenden möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir werden den Bau vor Ort einleiten!

Die Brunnensteine der Einzelspender werden mit ihren Namen oder einem Spruch ihrer Herzenswahl versehen und von Kabul nach Kunduz transportiert. Die Kunduzer Bevölkerung ist allen Spenderinnen und Spendern sehr dankbar, dass sie die Brunnen mit sauberem Trinkwasser für ihre Provinz gespendet haben.

Wir sind weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen, denn das Projekt geht weiter!

Auch Sie möchten einen Brunnen spenden? Bitte hier klicken.