26.05.2017 09:18

Nothilfe Ghazni April 2017, Dankesbriefe von zwei afghanischen Flüchtlingen

Beide Familien mussten von Pakistan nach Afganistan zurückkehren und waren dringend auf Unterstützung angewiesen.

Brief von Nuragha:

Mein Name ist Nuragha, ich bin aus der Provinz Ghazni und grüße Sie ganz herzlich. Hoffentlich geht es Ihnen gut und Sie sind wohlauf.

Die Lebensmittel, die Sie uns im Winter gegeben haben, haben uns sehr geholfen, wir beten für Sie und Gott beschütze Sie. Sie haben uns einen Sack Mehl, Öl, Reis, Bohnen, Tee, Zucker und eine sehr große, dicke Decke geschenkt. Die Sachen sind für mich, meine Frau und unsere vier Töchter. Es reicht für uns zwei Monate lang. Es ist gut, dass wir die Fastenmonate gut überstehen.

Ich lebte im Ismaiel Khan Tal in Pakistan und habe in einem Gas-Laden gearbeitet. Es ging uns damals nicht schlecht.

Als wir nach Ghazni in Afghanistan kommen mussten, hat uns eine Verwandte ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Aber leider will sie uns das Zimmer nicht länger zur Verfügung stellen. Wir sollten uns eine andere Wohnung suchen. Meine Frau hat vor drei Monaten ihr Bein gebrochen und wir haben kein Geld, um sie zu einem Arzt zu bringen.

In Ghazni habe ich auch einen kleinen Laden mit Wolle und Leder aufgemacht. Aber leider gab es einen Vieh-Virus und wir wurden von den Beamten gezwungen, unseren Laden zu zumachen. Seit drei Monaten suche ich vergeblich nach einer Arbeit und finde nichts. Manchmal finde ich für einen oder einen halben Tag eine sehr harte Arbeit mit schlechtem Lohn. Das ist auch nichts auf die Dauer. An manchen Tagen gehe ich auch ohne etwas zu erreichen traurig und mit leeren Hände nach Hause.

Zwei von meinen Töchtern gehen zur Schule. Ich bin traurig, weil sie hilflos und mittellos sind.

Gott beschütze Sie, dass Sie uns armen und verlassenen Menschen, helfen. Danke und schöne Grüße aus Ghazni

Nuragha

(April 2017, Ghazni, Afghanistan)

Brief von Gholam Sakhi:

Ich heisse Gholam Sakhi und ich bin aus der Provinz Ghazni und ich richte meine herzlichen Grüße an den afghanischen Frauenverein aus. Hoffentlich geht es Ihnen gut und Sie sind wohlauf. Gott beschütze Sie, dass Sie an uns, die Armen, denken und uns helfen.

Ich war sechzehn Jahren lang in Kuwita-Pakistan in Tajek-Abad für Flüchtlinge. In Ghazni arbeitete ich damals als Hilfsfahrer in einem Lastwagen. Ich hatte damals keine Frau und keine Kinder, und es ging mir auch nicht so schlecht.

Aber in Kuwita-Pakistan arbeitete ich in einem Hotel und brachte Essen nach Hause mit. Ich habe geheiratet, wir bekamen 4 Kinder. Die Kinder haben dort die Schule bis zur dritten und vierten Klasse besucht, aber leider sind sie wegen des Umzuges hier in Ghazni nicht mehr zur Schule gegangen.

Wir sind letztes Jahr nach Ghazni gekommen, und mein Onkel hat uns ein Zimmer mit Diele und Küche in einem Raum zur Verfügung gestellt. Dafür arbeitete ich für ihn ohne Lohn und Gehalt. Ich habe auch meinen Stolz. Aber jetzt will er, dass wir uns eine Wohnung suchen und gehen. Ich verkaufte hier schon Obst im Bazar, aber als der Verkauf von Waren nach Pakistan geschlossen wurde, war ich für einen Monat arbeitslos. Das Geld, was ich gespart hatte, habe ich in dieser Zeit ausgegeben.

Jetzt arbeite ich wieder als Obstverkäufer. Die Lebensmittel, die Sie uns gegeben haben, haben uns sehr geholfen. Ich habe meiner Frau gesagt, sie sollte die Lebensmittel für die Fastenzeit aufbewahren, weil ich in dieser Zeit nicht arbeiten kann. Alles was ich mit der Arbeit verdiene, bringe ich nach Hause für meine Kinder und meine Frau.

Gott beschütze Sie alle. Ich, meine Frau und meine Kinder sind sehr dankbar und beten für Sie. Schöne Grüße an Sie.

Danke!

Gholam Sakhi aus Ghazni

(April 2017, Ghazni, Afghanistan)